Wörterbuch
sched
  • Quelle mittelbayerische.de 13.03.2009: Muaßt etz scho wieda aufs Häusl?
    Menschliche Bedürfnisse – und wie man sie benennt
    Freunde von mir waren kürzlich in Rumänien, um Erhebungen zu den bairischen Mundarten durchzuführen, die dort an manchen Orten noch recht lebendig sind. Während der Aufnahmen bei einer Familie in Wolfsberg hatte eine Exploratorin das Bedürfnis auszutreten und fragte nach der Toilette, nicht ahnend, dass die Gastgeber dieses Wort nicht verstanden. In aller Unschuld erkundigte sich die Hausfrau bei der fremden Dame aus Deutschland: „Sched brunzn?“ („sched“ = nur). Hierzulande wäre es unmöglich, in einer solchen Situation das Wort „brunzen“ zu gebrauchen; es ist bei uns als derb und anstößig markiert und kann allenfalls humoristisch verwendet werden.
  • Quelle Prof. Dr. Zehetner: Die Entstehung von „sched“ ist relativ gut durchschaubar. Es handelt sich um eine lautliche Vereinfachung von „schlecht“ im Sinne von ‚schlicht, einfach‘ (vgl. „schlechthin, schlechterdings“). Dass die Lautfolge „cht“ zu „t = d“ wird, begegnet uns im Dialekt häufig: Aus „nicht“ ist „ned“ oder „niad“ geworden; „Nod, Gned, Liad/Läid“ sind die altmundartlichen Ausspracheformen von „Nacht, Knecht, Licht“. Die gleiche Lautentwicklung darf in Anspruch genommen werden für „schled“ aus „schlecht“. „Schled, gschled“ steht mundartlich für ‚nur, bloß, einfach‘ oder für ‚geradezu, wohl oder übel‘, so etwa bei Emerenz Meier: „I kenn koa Dirndl, dös dazua pass’n möcht. Da müass’n mir g’schlecht um fremde schau“ (hier mit „cht“ geschrieben). Ein weiterer Schritt der Vereinfachung erfolgte mit dem Verschwinden des Konsonanten „l“, so dass „sched“ resultiert aus ursprünglichem „schlecht“
  • Wohl von Jacobo Bayer: Schedius = was in Eyl gemacht wird. Siehe auch brunzen.

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