Lateinische Sprachrelikte im bayerischen Dialekt

Hietscherwaabl

Ur-Bayerisch ist keine Variante der deutschen Sprache, sondern Latein.

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  • Quelle BR 15.10.09: 'Hietscherwaabl' sagen die Franken zu einer Kröte.
    Darin steckt 'Hietsch' oder auch 'Hetsch', was eigentlich schon Kröte heißt, und ein weiser Mann im vorletzten Jahrhundert hat sogar vermutet, dass darin das Wort für 'Hexe' steckt, weil die Leute sich nicht getraut haben, 'Hexe' richtig auszusprechen, deswegen 'Hietsch'. 'Waabl' ist das Dialektwort für 'Barbara', man hat also die Kröte als weibliches Wesen angesehen. Deswegen ist es durchaus möglich, dass auch noch der Begriff 'hatschen' für 'watscheln' drinsteckt, so wie die Kröte eben geht.
  • Quelle BR 05.12.13: A Hietschn, das ist in Mittelfrangen eine etwas despektierliche bezeichnung für eine alte gebrechliche frau - hietschen ist in der mundart nämlich eigentlich die kröte - und die kröte hat diesen namen hietschen wohl von ihrer bewegungsart - hiedschen ist verwandt mit hadschen - aus der schriftsprache - und wörter wie hadschen und ladschen die sind wohl lautmalerisch - und beziehen sich auf die schlürfende bewegungsart - dsch - dsch - machen soll - also hatschen - lautmalerisch - davon abgeleitet hiedschen für die kröde - übertragen dann auf menschen - die ebenfalls so schwerfällig sich bewegen - in middelfranggen - a hiedschn - eine alte sich schwerfällig bewegende frau -
  • Stoffsammlung: hetaerice = Garde zu Pferde; die kleineren Männchen sitzen bekanntlich während der Paarungszeit auf dem Rücken der Weibchen und lassen sich tragen; observabilis = bemerkbar, wahrnehmlich = das Froschkonzert? JB Observabilis = darauf wohl acht zu haben ist (= kein anderes Männchen darf aufsitzen).