Lateinische Sprachrelikte im bayerischen Dialekt

Bifing, Bifling

Ur-Bayerisch ist keine Variante der deutschen Sprache, sondern Latein.

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  • Quelle BR 20.11.09: 'Bifing' nennt man in Altbayern die langen Reihen in einem Acker, wo mit dem Pflug die Erde aufgeworfen wurde und dadurch ein schmales Ackerbeet entsteht. Die Bezeichnung stammt von dem altdeutschen Wort 'Bifang', und darin steckt 'fangen', weil der Pflug das Beet 'einfängt' oder sogar 'beifängt'. Diese 'Bifing' waren früher bei jedem Ackeranbau üblich, heute nur noch bei Rüben oder Kartoffeln.
  • Quelle Buck: Bifang s. Bei und Fang ... Dagegen sind die bi in Bifang m. Unterabteilung eines eingefangenen größeren Grundstücks. Ackerbeet, Acker schlechtweg, siehe Fang;
    Bifang durch Furchen oder Gräben abgegrenztes Feldstück, später Ackerbeet. Ein Bifang hate oft Hunderte von Morgen, z.B. bivanc duas leugas in longum et duas in latum H. 13.Jhdt. pratum dictum bifang.
  • Quelle Eberl: Bifang, Bifling, in später Zeit auch = Ackerbeet (schmales).
    Bifang (s. bei), ahd. pifanc, mhd. bivanc = Einfang, Einfriedigung einer für Bauland bestimmten Fläche aus dem Öd= oder Allmendland, Rodung; später bezeichnet das Wort ein Ackerbeet (Hochacker), auch ein solches von nicht beträchtlicher Breite, oft nur von 5 Furchen (Bifling). Auch Fang, mhd. vanc, kommt in gleicher Bedeutung vor. Biacker, Beiacker, m., Bigarten, Beigarten, m., Biland, s., alle drei in ähnlicher Bedeutung wie Bifang. Bistrich, Pistrich, Bister, m., bei seiner Häufigkeit sicher nicht zu lat. pastura, pistira - Weideboden zu stellen, sondern (s. auch bister) = Biatrich? Strich, ahd. strih, mhd. strich = Bezirk, Streifen Landes. Bischlag, m. Biwant, w., s. Peunt. Bizäune, w., ahd. bizüna, pizûni, mhd. bizune = Bitze, Bütz, w., alle in ähnlicher Bedeutung wie Bifang.
  • Quelle Vollmann:... meist aber finden sich hiefür die jetzt häufig als FlN. auftretenden S. 7 genannten Bezeichnungen: Bifang (Befang, Befig); Bischlag (Beischlag)
  • Quelle Schnetz/Reitzenstein: Bifang, -feng, -fing, -fling = ein durch Furchen "umfangenes" = umgrenztes Ackerland; durch Pflügen wurden schmale, erhöhte Erdstreifen = Beete zwischen je zwei Furchen gebildet; vier oder mehr solcher Erdstreifen machten einen Bifang aus. In Urkunden werden häufig die Acker nach der Zahl ihrer Bifänge bestimmt (s. Schm. I 729 f.).
  • MaB/at: Pifing, m zwischen zwei Furchen liegendes Ackerland (ca. 2m - diente als Maßstab zur Bestimmung der Größe eines Ackers)
  • Quelle Deutsches Universal-Conversationslexikon: Bifling, der, südd. die vom Pfluge aufgeworfene Furche
  • Ist wohl trotz aller vorstehenden Erklärungen eher aus lat. bivium, bivius = das zwei Wege hat + lingula Landzunge; Pulvinus = Beet zwischen zwei Furchen; bene-facio = mlat. belehnen; inbeneficio = belehnen; Siehe auch Bifling unter Ortsnamen