Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Spottnamen
  • Glaubt man den Germanisten, dann haben die Enkeringer ihren Galgen gedengelt ...
  • Quelle F.J. Bronner 1911: Die Galgendengler, so nennt man die Bewohner des hübsch in den fränkischen Jurabergen gelegenen Anlauterdorfes Enkering (bei Kinding) und die Leute nehmen einem den Neck nicht über. Dazu sind sie viel zu friedliebend, verständig und gutmütig. Wer also meint, die Enkeringer seien einmal so schlimm gewesen, daß man ihren Galgen hätte dengeln oder schärfen nüssen, der ist selbst der gefoppte. Mit dem Uznamen verhält es sich so: Im 14. Jahrhundert war das Dorf Enkering mit seiner Rumburg deren Ruine auf der Waldhöhe im Westen heute noch zu sehen ist, im Besitze des Edelgeschlechtes derer von Absberg. Ritter Heinricht, der bei Kaiser Karl IV. in hohen Gnaden stand, erhielt von diesem 1374 das Recht, den Ort mit Mauern zu befestigen, zur Stadt zu erheben und Stock und Galgen aufzurichten. Letzteres geschah. Mit der Befestigung und Stadtherrlichkeit scheint es aber weder dem Herrn noch den Untertanen besonders eilig gewesen zu sein. Denn heute noch ist das Stadtwappen nicht gemalt und das Tor nicht gebaut, woran ersteres hätte aufgenagelt werden können. Auch für das Baumeln am Querbaum - zum Lebe sei's gesagt - scheint wenig Lust bekundet worden zu sein. Die Enkeringer Bauern fanden als schlaue Leute später für die Richtbalken eine praktische Verwendung. Wenn die Zeit des Heuens kam und die Wiesen im Tale gemäht werden mußten, benützten sie nämlich den Galgen zum Dengel ihrer Sensen und es machte einen eigentümlichen Eindruck, wenn der Wanderer im Tale an den stillen, lauschigen Sommerabenden weithin das helle Klingen beim gleichmäßigen Klopfen der Sensen vernahm.
  • These 2009/2010/2011 Galgendengler = poma calculosa = Steinobst + (d)+ enucleare = entkernen, enucleo = entkernen; Kirschen, Zwetschgen, Weichseln; hier herrschte wohl römischer Obstanbau vor. Auch der Strassenname "Im Tal" deutet darauf hin. Lat. talea talia, tallea, tallia, talla = Setzling, Steckling, Steckreis.
  • Einträge in den Regesten der Bischöfe von Eichstätt: Enkering, B. Eichstätt: Ankeringen, Anceringen, Aengeringen, Anggeringen 1 3, 1694. Arnold v. E. 703, 721, 733, 767; Gozwin 366, 386, 433, 442, 486, 534, 556; Hartwich
  • Am 26. Juli 900 wurde Antkeringa wie es damals genannt wurde erstmals urkundlich erwähnt. Bischof Tuto von Regensburg gab einem gewissen Isamhart Günter zu Mühlhausen im Salzgau gegen dessen Eigentum die Ortschaft Antkaringa und weitere Dörfer.Patrozinium Enkering (Otmar) = Quelle Wikipedia: Otmar war von alemannischer Herkunft. Er absolvierte seine Priesterausbildung in Chur und wahrscheinlich betreute er dort zunächst eine Florinenkirche. Sein hervorragender Ruf war für Waltram von Thurgau der Grund, Otmar mit der Aufsicht über die im Jahr 612 von dem irischen Mönch, dem heiligen Gallus begründeten Eremitenzellen zu betrauen, um sie vor dem drohenden Verfall zu bewahren.
  • Einträge in den Regesten der Bischöfe von Eichstätt: Enkering, B. Eichstätt: Ankeringen, Anceringen, Aengeringen, Anggeringen 1 3, 1694. Arnold v. E. 703, 721, 733, 767; Gozwin 366, 386, 433, 442, 486, 534, 556; Hartwich
  • ancora = Anker; ancorale = Ankertau + carina = Schiff. Wenn es keltische und römische Flurnamen vor Ort gibt, sollte wohl auch der Dorfname aus römischer Zeit stammen.

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