Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen
Winden
  • Die Siedlungsnamen des Bistums Eichstätt von Dr. Michael Bacherler (1924): Prog. d. Maxim.-Gymn. in München 1919/20 S. 25 verzeichnete Literatur) diese mit Pers.-N. zusammengesetzten Ortsnamen -winden, so Ansbach wie Bernhardswinden, Meinhardswinden, Eglofswinden u. a. auch Dautenwinden, als Wendenniederlassungen; aber selbst mit der Tatsache, daß Wenden in jener Gegend ansässig waren ist m. E. noch kein unumstößlicher Beweis gegeben, daß das mit Pers.-N. verknüpfte Grundwort -winden auch zum Volksnamen "Wenden" gehört; zwar begegnen viele mit Volksnamen gebildete Ortsnamen, wie Sachsenhausen, Frankendorf, Wendhausen, Windheim u. a., aber hier steht der Volksname stets an erster Stelle als Bestimmungswort nie an zweiter als Grundwort ...
  • Die deutsche Besiedlung der Diözese Eichstätt auf Grund der Ortsnamen: ... und vermutet, daß diese Windenorte dem Gumbertuskloster in Ansbach gehörten und wohl von diesem angelegt worden sind (der Pn -Dauten- bezeichnet dann den Verwalter jener klösterlichen Gründung, ähnlich wie der Pn bei On -zell; wie Diepoldszell u. a.), eine durchaus bestechende Vermutung, der man wünschen möchte, daß ihr urkundlicher Nachweis gelingt. Wendet man diesen Gedanken auf die hier in Frage stehenden -winden-Orte an, so käme für -winden nordöstlich Neumarkt i. 0. als Ausgangspunkt das allerdings erst 1098 gegründete Kloster Kastl in Frage, für jene bei Heideck vielleicht der Ort Zell. = Nun steht fest, daß der alten benediktinischen Kolonisation die -zell-Orte ihre Entstehung verdanken.
  • BLfD 11/13 - keine Römer
  • HSB: ...sö von Ansbach, wo noch ein ganzes Bündel von -winden-Orten zu finden ist: Bernhardswinden, Brodiswinden, Egloffswinden, Meinhardswinden, Ratzenwinden, Reinzwinden, Wolfhartswinden und Winden, sowie Winn bei Herrieden u. Litzlohe. Über jene bei Ansbach spricht Schreibmüller Hermann, Slavenorte in Franken, in den "Heimatblättern für Ansbach und Umgebung" 2. Jhrg. 1926 Nr. 3; er betrachtet sie als Wendensiedlungen.
  • Flurnamen: Herbstwiesen; Hoffeld; Kolbuck; Weiherfeld
  • Wohl von per vindictam ... frei gelassene römische Sklaven

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