Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen

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  • Quelle Dr. M. Bacherler. Die Siedlungsnamen des Bistums Eichstätt HSB 38 1923
    Preith (Eichstätt) urk. MB n. 20 (a. 1186) Bride, 168 (a. 1289) Preide, 308 a. 1302 Breid, Breide, Aufschr. Bride, nach Ku 95 an der Straße (zufolge Schilters Glossarium ad scriptores linguae francicae et alamannicae veteris S.130: braith via, via regia, via publica); der Ort liegt auf der Jurahochfläche an einer Römerstraße; zu brid vgl. as. bred, ahd. breit ausgedehnt, Subst. ahd. breiti preiti Breite, breite größere Feldfläche; am ehesten benannt nach dem Kichenpatr. Brigida (zu Brida, zu Breit); Vergleich mit lat. pratum Wiese ist sachlich und sprachlich ausgeschlossen.
  • Quelle Dr. M. Bacherler. Die deutschen Ortsnamen der Diözese Eichstätt HSB 45/1930
    Preith, Pfk. S. Brigida, 1186 Bride, 1289 Preide, ma. breid; Kugler (Nr.76) verzeichnet (aus Schilters glossarium ad scriptores linguae francicae et alamannicae veteris S.130) ein Wort braith = via regia, via publica; die Deutung entspräche zwar der Lage des Ortes an einer Römerstraße, aber ein braith = via regia ist nicht belegt; da der bloße Heiligenname (ohne "Sankt", "Heiligen" oder "Weihen") ohne Parallele wäre, kommt auch Herleitung vom Kirchenpatrozinium nicht in Frage; zur Lage auf dem Hochplateau wie zur Form der Ackerflur paßt Rückführung auf ahd breit ausgedehnt, breiti die Breite, ebene Fläche, quadratähnliche Fläche; zwar würde man an sich nicht urk. bride erwarten, immerhin aber verzeichnet Foe II 1, 576 zu den oberdeutschen Namen Britheim am Neckar und Bretten östlich von Karlsruhe ein "brit", wahrscheinlich altes dialektisches bried statt braid" und unter braid II, 1,551 ff. begegnen mehrfach urk. Formen mit i, darunter auch Bridi, Brida, sowie ein Prithenorte (B-A. Roding)
  • Quelle frauenwissen.at Brigid
    Diese keltische Göttin hat in vielen Gestalten und Namen überlebt: Brighid, Brigit, Brigid, Bhride, Bride, Briga, Briganda, als Heilige Brigitte im Christentum, als Brigantia im Angelsächsischen, als Bride in Schottland, als Brigandu in der keltischen Bretagne. Ihr Name weist auf ihre Verbindung zum Feuer hin: Brigid (sprich: "Brigid", nicht wie im heutigen Englisch "Bridschit") kommt wahrscheinlich von breo-saighit oder breo-agit, was leuchtender Pfeil oder brennender Pfeil bedeutet. In Brigid steckt auch bright (das englische Wort für strahlend, hell). Der Name Briganda wiederum bedeutet die Erhabene und in ganz England und Irland findet man Stätten und/oder Quellen, die ihren Namen tragen oder deren Heilkraft ihr zugeschrieben wird. Dabei handelt es sich teilweise sogar um christliche Kapellen. Doch die Göttin war nicht nur im keltischen Irland zuhause! Viele Orte in Mitteleuropa erinnern noch heute an ihren Namen:
  • Preith, stützt sich auf die drei adeligen Jungfrauen Adelheid, Kunigunde und Gundhild. Allerdings hat der Zahn der Zeit leider hier sehr starke Spuren hinterlassen. Die Sage von ihnen ist uralt. Sie sind die Stifterinnen eines Waldes in Preith und Wörmersdorf, wie in vielen Orten bis nach Kelheim. Man sagt, sie seien in der Nähe von Wachenzell begütert gewesen. In Preith ist die Kirche der heiligen Brigida, einer irischen Heiligen geweiht. Im Namen Brigid steckt auch bright, das englische Wort für strahlend, hell. Phonetisch klingt nun in unseren Ohren "Preith" wie "bright" oder ist das alles nur Zufall.
  • Flurnamen: Vogelherd, Kohlplatte, Gwend
  • praedolium = kleines Landgut