Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen
Die -lohe-Orte des Bistums Eichstätt
  • Quelle Dr. M. Bachereler HSB 52 1937:Das Bistum Eichstätt birgt folgende On auf -lohe:
    I: 6 - Mit, Pn: Pfd. Möcken-, (908 Hei 101 Mechinloh; Pn Maccio) Kd. Adelschlag {9. Jh., Foe, Adaloltesloh; Pn Adalolt), Kellerloh abg. Schwaige bei Gerolfing (1349 Hist. Ver. Ingolstadt 19, 39; Familienname; Keller, *Bernloch abg. vier Gütlein bei Monheim (1214 Kraft, Pappenheimer Urbar von 1214 S.117. 125; Pn Bero). Ohne Pn: Eschenlohe abg. bei Biesenhard. (1186 MB 49, 20), Loh abg. im Lohegrund bei Pfalzpaint (1302 MB 49, 472).
    II: 6 - Ohne Pn: W. Hege- (1186 MB 49, 20 Hegenloch; hagin = umhegt), E. Michel- (michel groß), E. Sperbers- (1239 Hei 704 Sperbaresloch; Vogelname Sperber), D. Geis- (d. i. Geißgehölz), Kd. Lohen im Tal so 1281 MB 49 110), *Schimlohe abg. Hof bei Hilholtstein (1752 Buchner, Inventare der Pfarrarchive des Bist. E. S 197; schiemen = Schilf). Ühlemen Schilf).
    III B: 6 - Mit Pn: *Hunersloch: abg. bei Dietkirchen (1374, MB 24, 460; Pn Huner), E. Steinslohe (Pn. Stein), E. Lopperslohe (Pn Lopper). - Ohne Pn: W. Dan- (1129 Hei 333 Tanlouch: d. i. Tannengehölz) - W. Hillohe (1210, Sammelblatt 39, 19 Hulloch; hüll Weiher); Rauenloch abg. Hof bei Lauterhofen (1307 MB 24, 341).
    IV: 5 - Mit Pn: E. Stifters- (Familienname). - Ohne Pn W. Loch (b. Königstein), W. Loch (b. Eschenbach), E. Tannlohe, W. Arzlohe (1289 Beck, S. 65 Arzloch; aruz Erz).
    V: 7 - Mit Pn: D. Bern-, D. Mecken-. - Ohne Pn D.Schwarzen- (d. i. Lohe an der Schwarzach), W. Langen-, D. Sperbers- {1169 Hei 446 Sparwaresloch), E. Dannenlohe, W. Birkenlach (1272 RB 3, 400 Birkenlache).
    VI: l0- Mit Pn: D. Leipers- (1282. MB 49, 127 Leuberloch. Pn Laidbert). Ohne Pn: D. Breiten- (b. Büchenbach), D. Breiten- (b. Georgsgemünd), D. Tennen-, D. Geis-, *Muslohe, Burgruine bei Kühdorf-Schwabach (Sammelbl. 39, 29; mus Sumpf); D. Hauslach (1360 RB 6, 60 Hausloch; d. i. der zum Herrenhaus gehörige Ort, Loch), Spätpf. Hirschlach (1245 Hei 738 Hirzelach; d. i. Hirschwald) W. Langlau (1489 Scherlein p 252 Lengeloch) W. Sinderlach (sunder = abgesondert).
    VII C: *Bainloch abg. Hof bei Gnotzheim (1360 Fruhmmeßstiftungsbrief von Gnotzheim im Ordinariatsarchiv Eichstätt; viell. zu baie Rinne, Schlucht, viell. zu belle Weißpappel, Weide).
    VIII: 2 - D. Dennenlohe b. Großlellenfeld, - *Kirschenloch abg. Dorf im Kirschental bei Heidenheim, nahe bei der jetzigen, Kirschmühle (1053 Hei 196; 1489 Scherlein p. 246).
    Von den 43 -lohe-Orten sind heute 2 Pfd., 2 Kd., 12 D., 10 W., 7 E., 10 Wüstungen; über die Hälfte (27) stellen also Zwergsiedlungen dar. Wie in der geringeren Zahl von Zwergsiedlungen sind die -lohe auch m der Bedeutung der größeren Orte günstiger gestellt als die -hart und -holz; denn die -lohe weisen noch zwei alte Pfarrorte auf, -nämlich Möckenlohe und Adelschlag, beide in der Nähe der Bischofsstadt Eichstätt gelegen; ersteres darf als Urpfarrei gelten; Die meisten -lohe liegen im Juragebiet (I-IV. VIII), und zwar auf der Hochfläche; doch auch außerhalb des Jura ,(V-VII) sind sie nicht selten; in den Waldgebieten beiderseits der Rednitz (V u. VI) haben sie überwiegend (zu 2/3; 11 von 18) die Größe von Dörfern erreicht; hier hatten sie offenbar noch Raum zu größerer Entfaltung. In den übrigen Teilgebieten dagegen. (I-IV. VIII) wurde nur ein Fünftel Dörfer (5 von 25), vier Fünftel blieben Zwergsiedlungen.
    Die Nennunung mit Pn tritt auch bei lohe stark zuruck; denn nur ll enthalten einen Pn als BestimrnüngswOrt, Urpf. Möcken-, Altpf. Adels-, *Bern-, *Keller-, *Huners-, E. Steines-, E. Loppers-, E. Stifters-, D. Bern-, D. Mecken-, D. Leiperslohe: 2 Altpf. 3 D., 6 Zwergsiedlungen und zwar befinden sich die zwei hedeutendsten Orte darunter. Unter den den übrigen -lohe-Namen bieten 4 überhaupt kein Bestimmungswort (*Lohe abg. bei Pfalzpaint, Kd. Lohen Pf. Untermässing, W. Loch Pf. Königstein, W. Loch Pf. Eschenbach): - 28 -lohe enthalten im ersten Glied einen Gattungsnamen (1 Spätpf., , 9 D., 8 W., 4 E., 6 abg:- demnach 18 = 2/3 Zwergsiedlungen) - die -lohe ohne Pn sind etwas reicher an Zwergsiedlungen als die mit Pn. Pflanzenbezeichnungen bilden die Bestimmungswörter in *Eschen- , *Kirschen-, Birken-, Dam-, 4 Tennen-, *Schim- *Mus-, und vielleicht auch in * Bainloch, Tiernamen in Hirsch-, 2 Sperbers- und 2 Geislohe, Eigenschaftswörter in Michel-, *Rauen-, 2 Langen-, 2 Breiten-, Schwarzen- und Sinderlach; -mit Substantiven sind ferner zusammengesetzt die Namen Hege-, Hil-, Arz- und Hauslach. Bei den ohne Pn gebildeteten - lohe ist der Waldname und damit der Flurname auf die Siedlung übertragen, eine Erscheinung, die nicht für frühe Entstehung dieser Orte spricht.
    Sicher sehr spät entstanden sind die Orte die einen Familienamen enthalten wie *Kellerlohe und E. Stifterslohe, ferner jene die nur Burgen waren wie *Muslohe, der Name weist auch Hauslach der Ritterzeit zu - Die Hauptmasse der -lohe steht nach Lage 'und Geltung ein wenig hinter den -buch (9. Jh).
  • M ö c k e n l o h e Ober- (Eichstätt) urk. Hei 101 (a. 908) Mechinloh (ebenso 113 a. 918), 146 (a. 1002) Mechinloch (die letzten 2 sind bei Foe II 2, 168 fälschlich auf Meckenlohe BA. Schwabach bezogen), MB n. 12 (a. 1179) Mechenloch (ebenso 20 a. 1186), 138 (a.1283) Mekenloch, Mekkenloh, 153 (a.1287) Mekkenloch, Lefftad 909 (a. 1305) Obernmechenloch. - Möckenlohe, Unter- (Eichstätt) urk. MB n. 71 (a. 1264) in Niedern Meggenloch, 255 (a. 1297) in Inferiori Meggenloch, Lefflad 909 (a. 1305). Nidernmechenloch; nach Foe zum Wald des Macho (got. magan können), Ku 83 der große Wald (vgl. magan die Kraft, Bedeutung, Menge); Chr. Beck, Bayer. Hefte für Volkskunde 1915 S. 179 versteht m'echinloh Ązum Eichenwald"; diese an sich mögliche Zerlegung erscheint mir hier nicht unbedenklich, weil sie in der reichen Uberlieferung nirgends bestätigt wird und weil im Falle der Richtigkeit der Herleitung von eih Eiche bei den zahlreichen Belegen aus oberd. Sprachgebiet der Diphthong ei (* Meichenloh) wenigstens ein paarmal erscheinen würde und kaum dauernd unterdrückt worden wäre; auch die Dialektform Meckalou spricht nicht für die Herleitung von eih Eiche. Die Zerlegung eines Namens scheint mir nur dann unbedenklich und zulässig, wenn sie durch Schwanken der Übelieferung, lat. Übersetzung oder sonstige alte Belege gesichert ist; verläßt man diese Schranke, dann wird der Willkür Tür und Tor geöffnet. Zu begrüßen wäre einmal eine systematische Untersuchung, welche aus der bisherigen Literatur feststellen würde, bei welchen urk. Formen, bei welchen Grundwörtern eine solche Verschmelzung der Präposition in Frage kommt bez. vorliegt, welche Präpositionen, wo Präposition und Artikel, wo Präposition allein, wo der Anlaut der Präposition, wo der Auslaut des Artikels verschmolzen wird, ob bestimmte Arten der Verschmelzung auf bestimmte Grundwörter bz. bestimmte Sprachgebiete beschränkt sind, wo durch Schwanken der Überlieferung - ob hier die älteren oder jüngeren Quellen die Verschmelzung zeigen - lateinische Ubersetzung oder sonstige Belege die Verschmelzung sicher nachweisbar ist. Ein großes Verdienst würden sich auch Verfasser wie Verleger einer Bibliographie der gesamten namenkundlichen Literatur des ganzen deutschen Sprachgebietes erwerben.
  • Wohl eher von alo = wachsen lassen, aufziehen, nähren; Alator = Ernährer. Siehe Möckenlohe und Loubauer

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