Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen

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  • Limes-Ende
    Quelle Antrittsvorlesung Prof. Dr. C. Sommer: https://www.uni-bamberg.de/rz/server/news/artikel/antritt-sommer/
  • Textauszug: Der Raetische Limes ist jener Teil der ehemaligen römischen Grenze zwischen Rhein und Donau, der die Provinz Raetia vom Barbarikum trennte. Der Limes war mit Mauern, Palisaden, Kastellen und Wachtürmen befestigt. Das historische Ende des Limes läuteten einfallende Germanen um die Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus ein. Die römischen Truppen wurden in dieser Zeit zunehmend wegen innerrömischer Konflikte und zur Gefahrenabwehr in anderen Reichsteilen abgezogen und gaben wohl 254 nach Christus die Grenze auf. Danach, während des Konflikts zwischen dem Kaiser Gallienus in Rom und einem Gegenkaiser Postumus, der in Gallien ein weitgehend unabhängiges Sonderreich gegründet hatte, entstand in Südwestdeutschland ein Machtvakuum, das die Germanen ausnutzten. "Wir müssen aber die Frage stellen, ob die Germanen wirklich von sich aus gekommen sind. Wurden sie möglicherweise von den Römern ganz gezielt angelockt?" Sommer belegte seine neue These mit Münzfunden aus Raetien und Obergermanien, deren Verteilung sich nicht durch eine zufällige Münzverbreitung erklären lasse. Vielleicht hätten die Römer aus einer temporären Notsituation gehandelt, ohne die Folgen richtig einschätzen zu können, so der Honorarprofessor.