Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen

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  • Quelle Dr. M. Bacherler 1923: Kinding, urk. Foe II 1, 1754 (a. 900) Chunimuntinga, (a 731) Cumuntinga, Su 12 Kuntting, Sippensiedlung des Cunimund (got. kuni = Geschlecht).
  • Quelle Dr. Bacherler 1930
    Kinding Mkt., Pfk. nativ. BMV, 900 Chunimuntinga, ma. kindeng, zu Pn Cunimund (Foe 1382)
  • Quelle wie vor: Von 15 auf Pn zurückzuführenden -ing-Namen des unteren Altmühltales besitzen also heute 14 Kirchen, 8 davon Pfarrkirchen; alte Pfk. aber beherbergen nur 5 Orte, Urpfarreien sind 2 darunter. Städte sind Ellingen und Treuchtlingen, Marktflecken Kinding; Weiler Eßlingen, Grögling und Leising.
    Bei Kinding münden zwei Seitentäler in das Altmühltal, nämlich das der Anlauter und das der hinteren Schwarzach. Die 4-ing=Orte des bereits außerhalb des römischen Limes gelegenen Anlautertales sind alles alte Pfarrsitze; sie heißen Enkering Pfk. S. Othmari, 900 Antkeringa, ma. ankereng, zu Pn Antker (Foe I 103) - Emsing Pfk. S. Martini, 1158 Omegesingen, ma. emseng, zu Pn Omegeso, Omiso ober Amizo (Foe I 95 bzw. Omi I 1179) - Titting Mkt., Pfk. S. Michaelis, 12. Jahrhundert, Tutingen, ma. dideng, zu Pn Tuto, Tito (Foe I 1412) - Nenns1ingen Mkt., Pfk. BMV, Gundek. (11. Jahrhundert, 2. Hä1fte) Nenselingun, ma. nensleng, zu Pn Nenzilo (Foe I 1149). - als Urpfarrei ist Emsing anzusehen Filialen waren Petersbuch, Kaldorf, Erkertshofen, Hl. Kreuz, Biburg, Grafenberg).
  • Die große kirchliche Geltung der -ing=Orte erhellt aus bei großen Zahl von alten Pfarrkirchen und Urpfarreien. Die Patrozinien dieser alten Kirchen sind folgende: Marienkirchen besitzen Kinding, Gungolding, Nennslingen, Obermässing, Walting bei Heideck, Wissing, Günching und Oberweiling, Apostelkirchen Rögling (Peter und Paul), Großhöbing (Joh. Ev.), Walting a. b. Altmühl ( Joh. Ev.)
  • Stoffsammlung: pecunia = Geld/Vermögen; cunae = Nest; munitio = Befestigung; incolere = siedeln; tignum = Pfahl; Regesten: Chumtingen; wohl eher ein Cymbtingen von Cymba = kleines Schifflein, Kahn;
  • Spottname: Die Heuschrecken.
    Die Heuschrecken sind possierliche Tierchen und allerorts haben die Kinder diese Grashüpfer gern. Nur die Buben von Kinding im Frankenjura mochten sie früher nicht leiden und konnten bitterböse werden, wenn man ihnen das Wort "Heuschreck, Heuschreck zurief. - Vor langer Zeit einmal soll es nämlich zu Kinding Heuschrecken in furchtbarer Unmenge gegeben haben. Da die Kindinger durch die Insekten eine arge Beschädigung ihrer Fluren befürchteten, beschlossen sie, die Unheilstifter zu vertilgen. Mit Säbeln, Spießen, Dreschflegeln, Heu- und Mistgabeln zogen sie hinaus, metzelten, schlugen und stachen nieder, was sie erwischen konnten. Als sie im heißesten Vernichtungskampfe waren, rief plötzlich einer aus den Leuten: Haltet ein; es gibt so nicht aus! Ich weiß was Besseres! Wir treiben die grünen Teufel mit großen Blahen und Bettüchern in die Altmühl, dort müssen sie dann jämmerlich ersaufen! Sehr beifällig ward der Ratschlag aufgenommen. Doch auch dieses Verfahren erwiess sich wenig erfolgreich. Die Heuschrecken schwirrten über das Wasser und als die Kindinger nach einiger Zeit nachsahen, hatten sie alle ihre Schädlinge wieder. Da gaben sie entmutigt den Vertilgungskampf auf.
    Wohl eher von heiciarius = Treidler, Gespann, das Schiffe flußaufwärts zog; Schiffsknecht der am Seil ziehet = Heiciarius + recens = von Kräften frisch, ausgeruht. Ein Kindinger Flurname direkt an der Altmühl ist Gstad ... wohl von statio = Stellung/Posten; statio = Schiffshafen, Schiffslände. Auch Enkering lässt sich ancora = Anker; ancorale = Ankertau + carina = Schiff.
  • Flurnamen: Altmühl; Schwarzach; Lohebene; Mühlanger; Figuräcker; Buchfalter; Balm; Kuhespan; Auf der Ebene
  • Wohl von inquilinus = eingewanderter Bürger; ingenuitas = frei geboren