Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen

LogoÖ ha brrr
  • Die -hüll-Orte des Bistums Eichstätt
<
  • HSB 52: Dr. M. Bacherler, Die deutsche Besiedelung der Diözese Eichstätt .. Das Wort "Hüll" (ahd. huliwa) lebt noch heute in der Mundart und bezeichnet ein mittelgroßes stehendes Gewässer (See, Weiher, Hüll, Lache, Pfütze). Daß Wasserstellen auf der trockenen Jurahochfläche zur Siedlung lockten, ist begreiflich. Nur auf der Jurahochfläche (in den Teilgebieten I-IV, alle übrigen Teilgebiete sind frei davon) und nur im bayerischen, nicht im schwäbischen Teile des Bistums begegnen On auf -hüll. Es sind dies auf dem Plateau zwischen Donau und Altmühl (IA) die Spätpfarrei (seit 1767) Irlahüll (1265 MB 49, 78 Erlinhuel; zur Erle) sowie die Wüstungen *Weidenhüll abgeg. b. Nassenfels (1216 Hei 575 Weydenhule; zum Baumnamen Weide) und *Mossolteshule (1142 Hei 361; Pn Mössolt) abgeg. b. Tauberfeld. - Auf der Hochfläche zwzwischen Altmühl und Hinterer Schwarzach (II) liegen die Kd. Buchen- (1122 Hei 311 Pouchenhule und Sornhüll (1186 MB 49, 20 Sarenhule; sar = Sumpfgras) sowie Gunthershüll abgeg. E. b Wintershof (1186 MB 49, 20 Guntharteshule; 1602 Archivregister von Rebdorf fol.55, Staatsbibl. Eichstätt, Gundterhül; Pn Gundhart). - Auf dem Plateau zwischen, Sulz und Lauterach (III) trifft man das Pfd. Kevenhüll, Pfarrsitz seit 1496 (c. 1060 Gund. Chebenhule; zu cheb fest) und die Wüstungen ; Grasenhüll b. Wissing (1326 . M 36, 637; Pn Graso), *Poppenhüll b. Kastl (1644 Hist. Ver. Oberpf. 8, 67; Pn Poppo) und *Grasenhüll Hof abgeg. b. Neumarkt (1274 MB 36, 341. 639. Hist. Ver. Oberpf. 5, 83). - Der bergige Nordosten des Bistums (IV) birgt folgende -hüll-Orte: Kd. Ernhüll,(Pn Ero), E. Ödamershüll, auch Ödhüll - genannt (1325 test. Castel, Heimlinshüll Pn Haimelin, *Vogelshüll abgeg. b. Fürnried (1325 test. Castel.; Fam. N. Vogel), * Wisenthüll abgeg. b. Alfeld (1325 test. Castel. zum Tiernamen "Wiesent") und *Gnanthüll abgeg. b. Alfeld (1325 test. Castel; zu Pn Gnanno).
    Die 15 -hüll-Orte liegen alle auf dem Berge über die Hälfte (9 = 3/5) sind Wüstungen, 1 Einöde, 3 Kd. und 2 Spätpfarreien. Die Nennung mit Pn überwiegt; denn 9 enthalten als Bestimmungswort einen Pn (*Mossoltes-, *Gunthers-, 2 *Grasen-, *Poppen-, *Vogels-, *Gnant-, Ödamers-, Ernshüll, zumeist Wüstungen), während 6 ohne Pn gebildet sind (Irla-, *Weiden-, Buchen-, Sorn-, * Wisent-, Kevenhüll; darunter befinden sich die größeren Orte). Eine alte Pfarrei weisen diese Bergsiedlungen nicht auf. Der hohe - Prozentsatz von Wüstungen, rückt die -hüll in die Nähe der -au.
  • Wohl weniger vom stehenden Wasser, als von einer adeligen Sachlage seitens der alten Römer. Hyparchus ist laut Latein-Wörterbuch ein Landvogt bzw. Unter-Vogt.
  • gefunden: Stabilität fördernd Verwaltungseinheiten werden Hyparchien/Eparchien genannt
  • gefunden: Da die Hyparchie, wie die Inschrift OGI. l238, aber auch die parthischen Hyparchien zeigen, gewiß nur eine verhältnismäßig kleine territoriale Einheit darstellte - unter allen hekanntgewordenen Hyparchien findet sich keine einzige Ortschaft von Bedeutung -ist die Frage zu stellen, eben jene administrative Dreiteilung - Satrapie, Hyparchie, Toparchie - für die Bedürfnisse eines so riesigen Reichskörpers wirklich ausgereicht hat, oder ob noch irgendwelche Zwischeneinheiten anzunehmen sind.