Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen

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  • Quelle HSB 34 Franz Buchner, Burgen und Burgställe des Eichstätter Bistums: Enkering 1119-44 Goswin u. Hartwik. M. B. 49, 22. Heid 366. 1189-1210. Goswin, Immo, Rüdiger. 1206-1243 Konrad und sein Sohn Arnold. 1253 Heinrich u. Arnold. Heid. Nach Dr. Winkelmann saßen die Herren von Enkering auf der Rumburg.
  • Quelle Dr. M. Bacherler 1923: Die Siedlungsnamen des Bistums Eichstätt
    Enkering (Kinding) urk. Foe II 1, 148 (a.900) Antkeringa, MB n. 5b (nach 1119) Angeringen, 22 (a. 1189) Angeringen, Aengeringen, 29 (a. 1210) Anggeringen, Hei 433 (a.1162) Enkeringen, Sippensiedlung den Antker, Andger (ahd. ando = Eiger, Kampfeseifer) nicht mit Ku 160 des Ansger.
  • Quelle Dr. Bacherler 1930, Die deutsche Besiedelung der Diözese Eichstätt
    Enkering Pfk. - S. Othmari, 900 Antkeringa, ma: ankareng, zu Pn Antker (103)
  • Quelle wie vor Korr. HSB 38: Enkering: Hei 386 (a.1151) Ankeringen; 433 (a. 1162) Enkeringen;
  • In Enkering gibts den Hausnamen Bräu. Dr. M. Bacherler schreibt schon 1930: Betreff des Inhabers des Gründerhofes, des "Urmaiers", legt die Betrachtung der mir genauer bekannten ing-Orte den Gedanken nahe, daß spätere Brauereien (besonders jene 'Zur Post') den Urmaierhof darstellen. So hatte z. B. in Berching die Brauerei 'Zur Post' einst den größten und zwar überragenden Grundbesitz des Ortes inne, verteilt auf die drei Flurlagen, und sie lag am besten Platz der Altstadt; das Gleiche gilt für die einstige Brauerei 'Zur Post' in Greding (einst Zierer, ietzt Prinstnerischer Besitz). Auch in Obermässing besaß die ehemalige Brauerei (Daum, Prinstner) überragenden Grundbesitz, ebenso in Höbing und in Thalmässing (Gloßner). Deshalb möchte ich jeweils im 'Bräu' den ehemaligen Gründer- bzw. Salhof vermuten; vielleicht gelingt es einmal den urkundlichen Beweis dafür zu liefern.
  • Der germanische 'Bräu', war vorher wohl ein Praediolum = Landgütlein; Praedium = Landgut; Osinger; Weinberg; HaslerFeld; Hintere Gartenfeld; Kreuth; Luderleiten; Rumburg; Heuthal; Schloßleite; Mauergarten; Spitzäcker; Feller; Breitenwiesen; Unterer Rainacker; Krebsfleckl;
  • Wohl von angari = Römische Postreiter, angaria = Poststation; anchora = Anker; inquilinus = eingewanderter Bürger; incola = Bewohner; ingenuitas = freier Bürger
  • Spottname: Galgendengler
    Quelle F.J. Bronner 1911: Die Galgendengler, so nennt man die Bewohner des hübsch in den fränkischen Jurabergen gelegenen Anlauterdorfes Enkering (bei Kinding) und die Leute nehmen einem den Neck nicht über. Dazu sind sie viel zu friedliebend, verständig und gutmütig. Wer also meint, die Enkeringer seien einmal so schlimm gewesen, daß man ihren Galgen hätte dengeln oder schärfen nüssen, der ist selbst der gefoppte. Mit dem Uznamen verhält es sich so: Im 14. Jahrhundert war das Dorf Enkering mit seiner Rumburg deren Ruine auf der Waldhöhe im Westen heute noch zu sehen ist, im Besitze des Edelgeschlechtes derer von Absberg. Ritter Heinrich, der bei Kaiser Karl IV. in hohen Gnaden stand, erhielt von diesem 1374 das Recht, den Ort mit Mauern zu befestigen, zur Stadt zu erheben und Stock und Galgen aufzurichten. Letzteres geschah. Mit der Befestigung und Stadtherrlichkeit scheint es aber weder dem Herrn noch den Untertanen besonders eilig gewesen zu sein. Denn heute noch ist das Stadtwappen nicht gemalt und das Tor nicht gebaut, woran ersteres hätte aufgenagelt werden können. Auch für das Baumeln am Querbaum - zum Lebe sei's gesagt - scheint wenig Lust bekundet worden zu sein. Die Enkeringer Bauern fanden als schlaue Leute später für die Richtbalken eine praktische Verwendung. Wenn die Zeit des Heuens kam und die Wiesen im Tale gemäht werden mußten, benützten sie nämlich den Galgen zum Dengel ihrer Sensen und es machte einen eigentümlichen Eindruck, wenn der Wanderer im Tale an den stillen, lauschigen Sommerabenden weithin das helle Klingen beim gleichmäßigen Klopfen der Sensen vernahm.
    These 2009/2010/2011 Galgendengler = poma calculosa = Steinobst + (d)+ enucleare = entkernen, enucleo = entkernen; Kirschen, Zwetschgen, Weichseln; hier herrschte wohl römischer Obstanbau vor. Auch der Strassenname "Im Tal" deutet darauf hin. Lat. talea talia, tallea, tallia, talla = Setzling, Steckling, Steckreis.