Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen

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  • Ohne Rücksicht auf die bisherigen, historisch geprägten Provinzen wurde das inzwischen bis nach Südtirol reichende Königreich Bayern nach verwaltungstopografischen und geografischen Gesichtspunkten in 15 etwa gleich große Kreise eingeteilt, die nach dem Vorbild der französischen Departements nach Flüssen benannt wurden: Altmühl-, Eisack-, Etsch-, Iller-, Inn-, Isar-, Lech-, Main-, Naab-, Oberdonau-, Pegnitz-, Regen-, Rezat-, Salzach- und Unterdonaukreis.
  • Kreisreform von 1837/1838 König Ludwig I. (1786-1868, reg. 1825-1848) verfügte 1837, dass die Kreise wieder ihre auf die Volksstämme und historischen Bestandteile verweisenden Namen erhalten sollten. Seit dem 1. Januar 1838 lauteten die Namen der Kreise folgendermaßen ...
  • Deutsche Stämme ist ein historischer soziologisch-volkskundlicher Begriff aus dem 18., 19. und frühen 20. Jahrhundert. Demnach sei das Volk der Deutschen aus mehreren frühmittelalterlichen Großstämmen entstanden. Man unterscheidet zwischen den "Altstämmen", die sich noch vor dem Jahr 1000 herausgebildet hatten, von den "Neustämmen", die im Verlauf der Deutschen Ostsiedlung nach dem Jahr 1000 entstanden seien. Die kontinental-westgermanischen Sprachregionen (ohne Langobardisch) zur Zeit des Übergangs vom Ostfrankenreich zum Heiligen Römischen Reich (um das Jahr 962)
    Dieses "Stammes"-Konzept gilt heute als historisch ungenau und wird deshalb als Forschungsproblem begriffen.[1] Die deutschen Stämme seien in ihrer Bedeutung im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts überschätzt worden. Der Stellenwert, der ihnen tatsächlich zukommen sollte, bedarf demnach der weiteren Untersuchung.
  • Quelle 11/16: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_St%C3%A4mme
  • Als das Bistum Eichstätt gegründet wurde ... 741 ... scheint es diese Stämme noch nicht gegeben zu haben. Ansonsten wäre Eichstätt ja ein quasi stammes übergreifendes Bistum gewesen. Allerdings ist der Hl. Willibald - geht es nach den Bistumshistorikern - ebenfalls ein Germane, ja die ganze Sippe kommt angeblich vom germanischen Stamme der Angelsachsen. Die Gäule und Oxn verstanden jedenfalls kein germanisch, sondern nur Latein wüah, öha-BRrrr, hot, vist ...
  • ... auch die 1. und die 2. Lautverschiebung wurden wohl erfunden um die Zweisprachigkeit im Heiligen römischen Reich deutscher Nation zu kaschieren.
  • Eberl FlN., Rassen und Stämme: Stammnamen Splitterteile fremder Bevölkerung, welche auf bayerischen Boden durch irgend einen Zufall hereingeschoben wurden, lassen sich in den Ortsnamen mit Hilfe ihres Stammnamens manchmal erkennen. Leicht ist ihre Feststellung nicht, denn die Beugungsenduug der Mehrzahl -ono, z. B. in Frankonofurt, wird bald zu 'e' abgeschwächt. Frankenfur,. wie es schließlich auch aus einer Einzahlform hervorgehen kann, und verliert sich in vielen Fällen ganz, wie gerade das Beispiel Frankfurt zeigt. Oft wird es sich bei den Namen nur um einen fremden Summesungehörigcn handeln, der sich niederließ, noch öfter liegt wohl nur ein gleichlautender Personennamen vor.
    Beyer, ahd. Peigiri, Peigir = bayerischer Siedler; Bayer besagt aber auch bayerisch, auf bayerischem Boden liegend.
    Böhm, mhd. pehaim; Schwabe, ahd. Suâbe; Franke, ahd. Franko; Friese, ahd. Freso; Sachse, ahd. Sahso; Thüring, ahd. During; Walche, ahd. walah, mhd. walch, walhisc = wälsch, Welscher; Romane, ahd. Ruman, ganz selten; Wende, Winden, ahd. winid; Juthung, ahd. Juthunc, Eodunc; Auch Schiren, Ruzen (=Rugier?) Wilzen. Hessen will mann in unseren Ortsnamen erkennen, ohne genügenden Anhaltspunkt.
    Die Bezeichnungen mit Russen, Franzosen, Schweden: enthalten Erinnerungen an durchziehendes Kriegsvolk.
    Zigeuner = hängt an Lagerplätzen fahrenden Volkes.
    Tiroler erinnert oft an die zahlreichen Tiroler Einwanderer nach dem dreißigjährigen Kriege.
    Juden, ahd. judeo, judo, mhd jude, hängt auch gelegentlich an Orten mit Erinnerungen an vorgeschichtliehe Denkmalen.
    Heiden. m. ahd. heiden, heithiner, mhd. heiden, und Hünen, Heunen, und hiuni, mhd. hiune = Riese, hält die Erinnerung an vordeutsche Bevölkerung fest ...
  • Quelle Eberl: Daß sich Götternamen in den Ortsnamen erhalten haben. z. Berchta, Freia, Wuotan, Donar, Ziu, Er(ch), Phol, ist möglich, aber kaum je einwandfrei zu beweisen. Häufig sind die Fälle sicher nicht, die christliche Mission hat gründlich damit aufgeräumt. Konnte sie auch den alten Glauben nicht ganz ausrotten, so hat sie es im Allgemeinen doch vollständig erreicht, daß die alten Götter nur mehr in den verstecktesten Winkeln als Unholde und Schrazen ihr Dasein fristen konnten. Auch die Venusberge sind mittelalterliche Erfindungen. In den meisten Fällen wird es sich bei derartigen Namen um gleichlautende Personennamen handeln immerhin geben einzelne Namensformen die Möglichkeit, an die alten Götteramen zu denken.