Lateinische Sprachrelikte im bayerischen Dialekt

Zeidelsächda

Ur-Bayerisch ist keine Variante der deutschen Sprache, sondern Latein.

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  • Quelle BR 30.11.2010: 'A Zeidelsaechda' ist in Niederbayern ein Melkeimer. Das Wort ist aus zwei Bestandteilen zusammengebaut: 'zeideln', was im heutigen Dialekt 'melken' bedeutet, und 'Saechda'. 'Zeideln' ist ein altes Wort für 'melken' aber ursprünglich bedeutete es, den Honig von den Bienen sammeln. Zeitlarn - Ortsname - bedeutet da, wo die Honigsammler wohnen. Und 'saechden' ist ursprünglich ein lateinisches Lehnwort für ein Holzgefäß. Das lateinische Wort 'sextuarius' ist eine Maßeinheit, ein Sechstel von einem üblichen Reinmaß und wurde als 'Saechda' ins Deutsche übernommen. 'Zeidelsaechda' also für einen Melkeimer aus Niederbayern.
  • Wohl von situla = Eimer und Quelle Adam Härdl: So ist es auch mit dem aus dem Latein überkommenen Gefäß der Sechter oder Sester, einem heute noch in den alpenländischen Gebieten Bayerns und Österreichs als kleineres Milchgefäß verwendeten, einhenkeligen Raummaß. Das lateinische Stammwort ist sextarius,-i = der sechste Teil eines römischen congius = 1/2 Schoppen. Es kommt schon bei Cicero und Horaz vor, wird im Ahd. zu "sechstari" und im Mhd. zu "sechter" oder "sester".
  • Wohl von sitella = kleiner Eimer, Wasserkrug; terra sigliata = sprich tzeitl; Man gebe den Zeidlern bitte den Honig-Eimer zurück