Wörterbuch
greteln
  • Quelle UDI SB14: Woman in UnterfrankenWörscht und Flääsch greedelt!
    Immer wieder erreicht uns die Frage nach der Herkunft des Ausdrucks greteln, der großräumig in Unterfranken östlich des Spessarts in der Bedeutung Würste und Fleisch kochen gebräuchlich ist. Allerdings ist die Bezeichnung auf das Kochen von Wurst und Fleisch beim häuslichen Schlachten beschränkt, das heißt Gemüse oder Kartoffeln zB werden nicht gegretelt, sondern gekocht. Wichtig ist bei der Zubereitung, dass die Wassertemperatur beim Kochen der Würste immer kurz vor demSiedepunkt gehalten wird, um ein Aufplatzen der Wursthaut zu vermeiden. Jedoch soll die daraus entstehende Suppe erst dann richtig gut schmecken, wenn trotz aller Vorsicht beim Garen Würste geplatzt sind und der würzige Wurstteig die sonst eher fade Suppe geschmacklich verfeinert. In oben genannter Bedeutung findet man den Ausdruck auch in vielen einschlägigen Dialektwörterbüchern als gretten oder gretteln belegt, meist aber ohne Angaben zur Etymologie. Lediglich Schmeller, der für das Bairische krodeln, krödeln und krötteln aufführt, stellt in seinem Bayerischen Wörterbuch einen Zusammenhangmit dem 'alten crodal' für Fleischgabel her (1, 1364). Als lautliche Varianten hört man in Unterfranken neben dem im Norden und Osten verbreiteten greedeln auch griideln um Münnerstadt im Lauergrund. Am häufigsten hört man jedoch die Realisierung greideln vom Zentrum bis in den Süden Unterfrankens. Als Variante tritt im äußersten Nordwesten um Bad Brückenau gretseln auf, ein Ausdruck, der sich im angrenzenden Osthessischen um Fulda fortsetzt. In fast demselben Areal wie das Verb greteln sind in Unterfranken auch die Zusammenbildungen Gretelfleisch und Gretelsuppe gebräuchlich. Doch unabhängig von der Bezeichnung, ob Gretelsuppe, Wurstsuppe oder Kesselsuppe, gibt es heute noch den Brauch, auch den Nachbarn oder der Verwandtschaft eine Kanne oder einen Eimer frischer Schlachtsuppe abzugeben und sie so am häuslichen Schlachtfest teilhaben zu lassen. Von Dr.Monika Fritz-Scheuplein
  • Wohl eher von Graecor = schwelgen wie die Griechen; schlemmen, prassen, im Luder leben. Nachdem die ganze Schlachtprozedur sich früher im Freien abgespielt hat, wäre wohl auch "Gred" (gradus) möglich

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