Lateinische Sprachrelikte
im bayerischen Dialekt

Ortsnamen

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  • Thu Aug 27 15:12:22 2015: Hersbruck_und_seine_bisher_wohl_verschütteten_römisch-keltischen_Wurzeln
    To: bgm@hersbruck.de, stadt@hersbruck.de, bezirksheimatpflege@bezirk-mittelfranken.de, kulturreferat@bezirk-mittelfranken.de Cc: bezirksheimatpflege@bezirk-oberpfalz.de
  • Sehr geehrter Herr Bürgermeister Robert Ilg,
    sehr geehrte Damen und Herren,
    
    gefunden: Hersbruck wurde 976 erstmals urkundlich erwähnt, als an
    der Stelle einer Brücke eine Burg errichtet wurde. Der Name der
    Stadt leitet sich vermutlich von Haderihesprucga, die Brücke des
    Haderich, ab. Zitat-Ende.
    
    Spracharchäologisch lassen sich über die Flurnamen ca.
    2 1/2 tausend Jahre rekonstruieren. Kelten und Römer sind innerhalb
    der bayerischen Grenzen zu finden, weiß Gott aber keine Germanen
    oder gar Bajuwaren. Auch wenn Hersbruck gute 64 Kilometer nördlich vom
    Limes bei Denkendorf liegt, scheint es doch allen
    "Germanisierungsbemühungen" zum trotz von Römern gegründet
    worden zu sein.
    
    Die Kelten
    
    Steinbühl bei 91217 Altensittenbach
    D-5-6434-0212 Siedlung der Michelsberger Kultur und Brandgräber der
    Urnenfelder- und Hallstattzeit.
    Voggenbühl bei 91217 Ellenbach
    D-5-6534-0063 Siedlung vorgeschichtlicher Zeitstellung.
    Hiersbühl bei 91217 Hersbruck
    D-5-6434-0212 Siedlung der Michelsberger Kultur und Brandgräber der
    Urnenfelder- und Hallstattzeit.
    Wohl von Balla (Gaelic), from baile, an abode
    
    Drathweg bei 91217 Altensittenbach
    Verlinkt mit dem BayerrnAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/dratt.htm
    
    Die Römer, Logistik
    
    Anger bei 21217 Großviehberg
    Hutanger bei 91217 Ellenbach
    Enge bei 91217 Ellenbach
    Angersleiten bei 91217
    Wohl von angari = röm. Postreiter
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/anger.htm
    
    Burgstall bei 91217 Hersbruck
    allesamt wohl römisch
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/stallturm.htm
    
    Vogelherd bei 91217 Ellenbach
    Vogelherd bei 91217 Ellenbach
    Unklar aber häufig
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/vogelherde.htm
    
    Die Römer, Landwirtschaft
    
    Point bei 91217 Unterkrumbach
    In der Peunt bei 91217 Altensittenbach
    Wohl von bona = Hab und Gut + Dotation = Ehrengabe,
    Ehrengeschenk für verdiente Römer
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/beund.htm
    
    Die Egern bei 91217 Ellenbach
    Unklar
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/egathen.htm
    
    Lange Quent bei 91217 Großviehberg (Quiger?)
    Wohl von genero vendo = verkaufen, Füllen der Kasse des Kaisers/Imperiums
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/gwend.htm
    
    Thiergartenweg bei 91217 Altensittenbach
    Wohl von terra + irrigatio = bewässern
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/thiergarten.htm
    
    Die Römer, Eisenerz und Verarbeitung
    
    Espanstrasse bei 91207 Lauf/Pegnitz
    Dornespan bei 91207 Beerbach
    Aschbach bei 91217 Herrsbruck
    Wohl von aes pango = Erzverarbeitung
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/espan.htm
    
    Roßäcker bei 91217 Altensittenbach
    Wohl von rasis/iron = Roherz, Raseneisenerz
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/iron.htm
    
    Schwarzholz bei 91217 Leutenbach
    Schwarzholz bei 91217 Hersbruck mit OT Erzgrube
    Schwarzholz bei 91217 Altensittenbach
    Wohl von scrobis + Aerificium = Erzwerk; pala tollere
    Verlinkt mit dem BayernAtlas unter www.boari.de/ortsnamen/schwarzblau.htm
    
    Fast vergessen ist der Spottname von Großviehberg: Schnippo
    
    Es gibt auch eine "germanische" Erklärung dafür: Im Volksmund
    heißt Großviehberg schon Von jeher "Schnibbo"
    und sicher hat sich der eine oder andere schon einmal den Kopf darüber
    zerbrochen, wie oder durch welches Ereignis dieser Name entstand. Wenn man
    es weiß, ist die Erklärung denkbar einfach: "Schnibbo" kommt von
    "Schnittball". Die Großviehberger Kirchweih fiel immer in die Zeit
    der Schnitternte, hier auf der kargen Höhe wurde das schwache Getreide
    bereits Anfang August geschnitten. Ursprünglich gab es in Kirchensittenbach
    die Schnitternte, da dort aber eine Kirche stand und somit automatisch
    Kirchweih gefeiert werden konnte, wurde die Berechtigung zur "Schnittkirwa",
    nach dem ersten Weltkrieg an die beiden Großviehberger Wirte verkauft.
    Seither ging man nach Großviehberg nicht zum Kirchweihtanz, sondern
    zum "Schnittball". Dieses Fest war unter den Hersbruckern besonders beliebt
     und hatte eine gewisse Anziehungskraft und so wurde bald diese Bezeichnung
     auf den ganzen Ort angewendet.
    
    Der Usprung des sog. Spott-Namens kommt aber wohl doch von den Römern =
    sonipes = Roß, Pferd, Reiterei. Eine ähnliche Pferde-Konstellation
    lässt sich um die Rossmarktstadt - ebenfalls nördlich vom Limes -
    Berching nachweisen.
    
    Dagegen steht eine offizielle  staatliche "Rosstäuscherei" ...
    Das Bayerische Kultusministerium (CSU) weiß sogar wo damals die
    Germanen hausten und von wo aus sie quasi mit ihrem Siegeszug letztlich
    auch Österreich kolonisiert haben.
    http://www.km.bayern.de/kunst-und-kultur/unesco-kulturerbe/welterbestaetten
    -in-bayern.html
    Textauszug: Grenzen des Römischen Reiches: Obergermanisch-raetischer
    Limes. Die einstige römische Grenze in Süd- und
    Südwestdeutschland wurde in verschiedenen Ausbaustufen zwischen
    100 n.Chr. und 160 n.Chr errichtet.
    Zwischen Rhein und Donau reihten sich über 100 größere
    und kleinere Militärlager und über 900 Wachttürme entlang
    der insgesamt 550 km langen durchgehenden Grenzsperre. In der Provinz
    Obergermanien war sie als Holzpalisade bzw. Erdwall und Graben, in der
    Provinz Raetien als Steinmauer ausgeführt. Hier begegnete die
    entwickelte Kultur der römischen Antike
    dem "barbarischen" Germanien. Zusammen mit der Hadriansmauer und
    dem Antoninuswall in Großbritannien bildet er die
    grenzüberschreitende
    Welterbestätte "Grenzen des Römischen Imperiums". Zitat-Ende.
    Boari-Kommentar ... das ist m. E. blanker
    kultureller Rassismus .... aus Bayern für Bayern.
    
    Mit keltisch-römischen "Grias Enk" aus Eistetensis civitas an die
    Barbaren Kelten und Römer in und um Hersbruck
    mehr dazu ... sehr gerne und auch sehr viel ...
    
    Rupert Stadler
    
    Roms zur Zeit wohl effektivste Waffe, mehr als 820 MB: www.boari.de
    The Romans currently most efficient Wapon over 820 MB: www.boari.de
    nostra aetate quasi arma efficacissima Romanorum antiquorum:
    www.boari.de = Citizen  Scientia